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  • AutorenbildMixtu

Die Kunst der Otomi

Aktualisiert: 14. Mai 2022

Neu arbeiten wir mit Otomi-Frauen aus Hidalgo, von der Familie von der bekannten Josefina José Tavera, welche die Erfinderin des ersten Tenangos überhaupt war. Sie haben die wunderschön fein bestickten Tischläufer und Laptop-Hüllen handgefertigt. Sie besticken diese mit der sogenannten "Blindstich-Methode".


Die prachtvoll farbigen Tier- und Pflanzenmotive sind größtenteils aus den Höhlen von Cirio de San Nicolas übernommen, sind aber auch Tiere und Pflanzen, welche in diesem Teil des Landes oft vorkommen. Natürlich lassen die Künstlerinnen auch ihre eigene Fantasie noch miteinspielen in ihre Stickerei, das macht es um so wertvoller.


Die Rolle der Otomi in der Vor- und Frühgeschichte Mexikos war größer als allgemein angenommen.

Ein genauer Blick auf die Vergangenheit dieser Bevölkerungsgruppe zwingt uns dazu, ihren besonderen Beitrag zur Entwicklung der mehrsprachigen Kultur der alten Einwohner des zentralen Hochlandes neu zu bewerten. Die Otomi haben tiefe Wurzeln in dieser Region und spielten eine Schlüsselrolle in der Blüte der mesoamerikanischen Kulturen, von der Entstehung der ersten Dörfer bis zum heutigen Tag.


Gegenwärtig bewohnen die Otomí ein geteiltes Gebiet, das vom nördlichen Guanajuato bis zum östlichen Michoacán und dem südöstlichen Tlaxcala reicht. Die meisten von ihnen befinden sich jedoch in den Bundesstaaten Hidalgo, Mexiko und Querétaro.


Die Ernährung der Otomis basiert auf Mais, sowohl für die Zubereitung von Tortillas, Tamales und Atoles als auch für gekochten oder gerösteten Mais. Sie verzehren auch andere pflanzliche Produkte wie Nopales, Feigenkakteen, Puffbohnen, Kürbisse, Kichererbsen, Bohnen und Erbsen. Die verschiedenen Arten von Chilischoten sind ein wichtiger Bestandteil ihrer Mahlzeiten. Der Verzehr von Milch, Hülsenfrüchten und tierischen Fetten ist ebenfalls üblich. Fleisch wird nur zu Festtagen und in sehr kleinen Portionen verzehrt. Auch die Verwendung von Kräutern wie Bergtee, Pfefferminze und Kamille ist üblich. Einige Wildfrüchte werden zur Ergänzung ihrer Ernährung verzehrt, und auch Pulque ist sehr beliebt.


In der Otomí-Religion erwirbt derjenige, der vom Blitz getroffen wird und überlebt, eine besondere Gabe: Er wird zum Dichter oder Schamanen. Blitze gelten als Anrufung des Kha (Gott), und wer vom Blitz getroffen wird und überlebt, soll von Gott berührt worden sein. Das Wort Dichter hat mehr als eine Bedeutung, es wird mit der Kraft der Heilung durch Worte in Verbindung gebracht.


Hier noch ein Otomi-Gedicht zu diesem Thema, die Otomi leben durch ihre Kunst, Musik, Gedichte:


Böjtsi poeta – (Mädchen Dichterin)


Un dra ma batzi di ma crego k´ara tzi kha di ma pa a mixa di ma ok´a ra mokha, xo to tea k´ama mfeni ni shi te. Xo di pagüea mitzu ya cosa xoya betri. Nandi mitzu mi uäy un dra lengu go, mitzu mi ntohni ku juey, nugo di matzu, di ma mi nara mexa xa ta do yekhá bi ntohni; xo ya jindo padi, xo do tu yojpá. U do nujia gotho ndi´mak´ati tanda yaku ndí ma oku ya kja´ni tanda yaku. Ndi mantzo na ma nge taran pa. Jingi moxki kjä´ra tzi, jen ka ma ndejta bi moxki, bi ojki kara joi bi nto ka ma nge t ama yuga. Xo do tzo pi do mui Nuya mitzu di gui ku ya t´i I xigki ju te dankja ri jiatzi yu di gui ta njapu.


Übersetzung:

Als ich ein Kind war, glaubte ich an Gott.

Ich ging zur Messe, ich hörte auf meinen Vater, ich wuchs auf und mein

Ich bin erwachsen geworden, und auch mein Denken ist erwachsen geworden.

Mir ist klar, dass nicht alles wahr ist.

Als ich ein Kind war, regnete es eines Tages sehr viel,

Es gab eine Menge Blitze,

Ich hatte Angst und ich saß an einem Tisch

als ich einen Donnerschlag hörte; danach wusste ich nicht, was passiert war.

Ich war zwei Tage lang tot.

Als ich wieder zu mir kam, schien alles so weit weg zu sein

und ich hörte die Stimmen der Menschen in der Ferne.

Ich spürte, wie mein Körper brannte.

Gott hat mir nicht geholfen,

Mein Großvater war derjenige, der mich gerettet hat,

er grub die Erde um

und begrub mich bis zum Hals.

Ich hatte das Gefühl, wiedergeboren worden zu sein.

Jetzt habe ich viele Träume,

sie sagen mir, was morgen passieren wird

denn meine Träume sind real.


(Gedicht Netzfund: in Kooperation mit Gema Gutiérrez Díaz, welcher diese Erfahrung im Gedicht selbst erfahren hat)



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